Fred Thieler

  • Flächenrelief b/64, 1964 Gelb-Blau-Konzentration, 1994
  • S.V. 1/57, 1957 Ohne Titel, 1959
  • Von Rot durchkreuztes Blau Ohne Titel
  • Darunter Rot Rendezvous III
  • Ohne Titel Rote Dominanz
  • Abstrakte Komposition (K II)
  • Mischtechnik auf Leinwand
115 x 81 cm
  • Kunstharzdispersion auf Leinwand
150 x 170 cm
  • Mischtechnik auf Papier auf Holz
100 x 65 cm
  • Mischtechnik auf Leinwand
97,5 x 69 cm
  • 1993, Kunstharzdispersion auf Leinwand, 280 x 200 cm
  • 1998, Kunstharzdispersion auf Leinwand, 85 x 110 cm
  • 1988, Mischtechnik auf Leinwand, 210 x 290 cm
  • 1998, Kunstharzdispersion auf Leinwand, 90 x 105 cm
  • 1969, Mischtechnik auf Leinwand, 135 x 150 cm
  • 1998, Mischtechnik auf Leinwand, 180x 240 cm
  • 1986, Mischtechnik auf Leinwand, 170 x 140 cm
Biografie

Er gehört zu den prominentesten Vertretern der Nachkriegs-Abstraktion in Deutschland: Fred Thieler. 1916 in Königsberg geboren, wurde er einer der wichtigsten Maler des „Informel“, der sowohl lyrischen wie expressiven Abstraktion im Nachkriegsdeutschland. Wegen seiner jüdischen Mutter von den Nazis verfolgt, schrieb er sich in Hein Königs privater Kunstschule in München ein. Nach dem Kriege studierte er von 1946 bis 1950 an der Akademie in München, und zwar in der Klasse von Carl Caspar, wo er seine ersten abstrakten Bilder malte. Thieler wurde Mitglied der Gruppe ZEN 49, die 1949 gegründet wurde und zu der Künstler wie Willi Baumeister, Rupprecht Geiger, K.R.H. Sonderborg und Fritz Winter gehörten. 1959 bis 1981 war er Professor für Malerei an der Berliner Kunstakademie, jetzt Universität der Künste, und sein Werk wurde 1959 und 1964 auf der „documenta“ II und III in Kassel gezeigt. Seit 1992 verleiht die Berlinische Galerie (Berlins Landesmuseum) den Fred-Thieler-Preis für Malerei, der auf eine Stiftung Thielers zurückgeht. Er starb 1999 in Berlin.

Thielers Formen sind abstrakt, seine Farben intensiv. Ihr Dialog bestimmt seine Bilder. Seine Werke folgen keinem konsequenten, systematischen stilistischem Muster, so wie es das „Informel“ ja allgemein auszeichnet. Seine frühen Arbeiten, bis weit in die Vierziger Jahre hinein, waren auf herkömmliche Weise mit Pinseln gemalt und ganz figurativ. Die Themen sind eindeutig: Melancholische Szenen aus dem Alltagsleben, manchmal etwas heiterer wiedergegeben, was ein Element der Hoffnung mit einbringt.

Seit den Fünfziger Jahren arbeitet Thieler jedoch völlig anders. Er nahm die Leinwand von der Staffelei herunter, legte sie flach auf den Boden, und – was noch provokant war – goss, tropfte und spritzte die Farbe darauf, aus Dosen oder aus Eimern. Hier liegt eine gewisse Ähnlichkeit zu Jackson Pollock vor, aber beide wussten damals nichts voneinander. So schuf Thieler Werke, die nichts Figürliches abbilden, die eher durch ihre zufälligen und unvorhersagbaren Farb-Arrangements überraschen. Sie richten sich an die Gefühle und strahlen Energie und Dynamik aus.

Anfänglich schienen seine Gemälde unter der Herrschaft dunkler, bedrückter Farben zu stehen, meist auf schwarzen oder schwärzlichen Tönen aufbauend. Seit den 1960ern benutzt er mehr Blau und Rot, so dass seine Werke leuchtender werden, während sich sein Oeuvre entwickelt. Der Künstler nimmt auch Collage-Techniken auf, die den freien Farbfluss beeinflussen. Obwohl Thieler später neue Schattierungen wie Violett, Orange oder Grün benutzt, bleiben seine Werke wesentlich von den klassischen Tönen Blau, Rot, Weiß und schwarz bestimmt.

Er selbst hat über sein Werk gesagt: „Maler sein heißt für mich, die Existenz eines Zeitgenossen zu führen, der den Hauptteil seines Daseins mit dem Versuch verbringt, die Impulse seines Lebens: Anregungen wie Depressionen, Intuitionen wie berechnende Überlegungen, Reaktionen von Einzelerlebnissen wie Erlebnisketten malend aufzuzeigen – oder im Malvorgang zu gewinnen.” (1) Das ist die unterliegende Struktur seiner abstrakten Formeln, sie basiert auf Interaktion – wenn auch nicht mit dem Publikum.

(1) Siehe www.fred-thieler.de

Galerieausstellungen

Fred Thieler, Hommage zum 100. Geburtstag, 07.05.2016 - 30.07.2016, Samuelis Baumgarte Galerie

Fred Thieler, 14.04.2016 - 17.04.2016, Samuelis Baumgarte Galerie ART COLOGNE 2016

Fred Thieler, 16.04.2015 - 19.04.2015, Samuelis Baumgarte Galerie ART COLOGNE 2015

Fred Thieler, 19.11.2014 - 23.11.2014, Samuelis Baumgarte Galerie Cologne Fine Art 2014

Fred Thieler, Intuition der Malerei - Werke aus fünf Jahrzehnten, 26.04.2014 - 22.08.2014, Samuelis Baumgarte Galerie

Fred Thieler, 10.04.2014 - 13.04.2014, Samuelis Baumgarte Galerie ART COLOGNE 2014

Fred Thieler, Samuelis Baumgarte Galerie, 20.11.2013 - 24.11.2013, Cologne Fine Art 2013

Wichtige Positionen des deutschen Informel, 29.04.2013 - 21.06.2013, Samuelis Baumgarte Galerie

Fred Thieler, 08.03.2012 - 11.03.2012, Samuelis Baumgarte Galerie art KARLSRUHE 2012

Fred Thieler - Eine Retrospektive, 10.10.2010 - 20.11.2010, Samuelis Baumgarte Galerie

Fred Thieler zum 95. Geburtstag, 13.04.2011 - 17.04.2011, Samuelis Baumgarte Galerie Art Cologne 2011

Museumsausstellungen

Fred Thieler. Malerei, 25.05.2014 - 21.09.2014, Kunstsammlungen Chemnitz, Museum Gunzenhauser Chemnitz

Fred Thieler – Malerei, 01.11.2013 - 02.02.2014, MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg

AUSDERZEIT, Kunst der 50er und 60er Jahre aus der Sammlung Ströher, Zusammenschau abstrakter und informeller Kunst der Nachkriegszeit mit Werken Fred Thieler, Bernard Schultze, Willi Baumeister, K.O. Götz u. a., 02.02.2013 - 21.04.2013, Villa Schöningen Potsdam

Zauberspiegel - Die Sammlung nach 1945, 23.06.2012 - 26.08.2012, Kunsthalle Bremen

Der Blick. Das Wort. Die Geste., 20.03.2012 - 18.05.2012, RLB Kunstbrücke, Innsbruck

Private Passions - Kunsthalle blickt hinter die Kulissen privater Kunstsammlungen in Mannheim, 27.11.2011 - 26.02.2012, Kunsthalle Mannheim

Phänomen INFORMEL Pioniere, Grenzgänger, Durchreisende, 22.05.2011 – 22.01.2012, Museum für aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach

Schöne Aussichten - Wiedereröffnung der Neuen Galerie am 24.11.2011, Dauerausstellung, Museumslandschaft Hessen Kassel, Neue Galerie, Kassel

Fred Thieler – Arbeiten auf Leinwand und Papier 1952 – 1996, 01.07.2011 – 25.09.2011, Kunsthalle Schweinfurt

Kunst in Berlin 1880-1980 - Neue Sammlungspräsentation, 2011, Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Berlin

25 Jahre! - Sammlung Henri Nannen und Überraschungs-Gäste, 08.10.2010 – 29.01.2011, Kunsthalle in Emden, Stiftung Henri und Eske Nannen, Emden