Tony Oursler

  • Undle Orbit
  • 2005, Glassfiber Skulptur und DVD, 84 x 107 x 45,5 cm
  • 2007, Fieberglaselement und DVD, 71,1 x 35,6 x 71,1 cm
Biografie

Ein geborener New Yorker ist Tony Oursler. 1957 kam er zur Welt, erhielt schon 1979 einen Bachelor in den Schönen Künsten vom California Institute fort he Arts (Valencia, Ca.). Seine Kunst bedient sich vieler verschiedener Medien, etwa Video, Skulptur, Installation, Performance und Malerei. Er erregte allerlei Aufsehen durch seine Installationen, so etwa auf der documenta IX in Kassel 1992. Er machte sich allerdings auch mit Musikvideos einen Namen.

Ourslers großes Thema sind die Massenmedien. Er analysierte ihre Mechanismen, legt ihre verführerischen, täuschenden und irreführenden Strukturen offen. So zerstört er den Glauben an und das Vertrauen in diese. Oft sieht man seine Installationen mit den verzerrten Projektionen von Teilen von Gesichtern mit sich bewegenden Lippen und der begleitenden Tonspur mit irritierenden Texten, die Video Dolls. Sie kommen uns seltsam vor, fremdartig, vielleicht sogar teuflisch. Die Verzerrungen darf man als Darstellung der Verzerrungen der Wirklichkeit in den Medien interpretieren, und die irritierenden Texte eröffnen eine weitere kritische Dimension. Sie weisen darauf hin, dass die immer komplexer werdende Welt uns aus den Händen gleitet, weil wir sie nicht länger recht verstehen – vorausgesetzt, wir taten das je.

Ein wichtiger Effekt ist die Dreidimensionalität, die die an sich flachen, zweidimensionalen Bilder Ourslers durch seine Behandlung gewinnen. Ihre Körperlichkeit erinnert an das unvermeidliche Aufeinandertreffen in der Realität.

Manchmal bestehen seine Installationen aus mehr als nur einer Video Doll. In einer seiner großen Installationen findet man sie praktisch überall: Eingeklemmt unter Sofas, Sesseln und Matratzen, in Kisten verpackt und in Koffer, oder sogar von der Decke hängend.

Verwandt damit sind die Kugeln aus Fiberglas, auf die ein einzelnes Auge projiziert wird. Unregelmäßig wandert es von links nach rechts und zurück. Anfänglich könnte der Betrachter glauben, dass das Auge ihn beobachtet, aber nach und nach wird klar, dass das Auge einem Fernsehprogramm folgt. Das ist eine Reflexion der Wahrnehmungshandlungen, eine Umkehrung der Medienkonsumsituation, und das Auge (der Augapfel) wird durch die Fiberglaskugel symbolisiert.

In anderen Werken erforscht er die Medien – hauptsächlich Kino und Fernsehen – unter dem Aspekt, wie sie sich auf verschiedene Formen psychischer und sozialer Störungen beziehen

 

 

Galerieausstellungen

Stopover, 11.06.2007 - 29.09.2007, Samuelis Baumgarte Galerie

Ein Hauch von Eden, 27.11.2010 - 31.01.2011, Samuelis Baumgarte Galerie

Museumsausstellungen

Imponderable: The Archives of Tony Oursler, bis 14.02.2016, Luma/Westbau, Zürich, Schweiz

Tony Oursler, 17.11.2013 - 23.02.14, MAC´s - Musée des Arts Contemporains, Hornu, Belgien

Little Worlds, Honolulu Museum of Art, 21.02.2013 - 23.06.2013, Honlulu, Hawaii, USA

agentic iced etcetera, 16.02.2013 - 21.04.2013, PinchukArtCentre, Kiev, Ukraine

The Influence Machine, 15.02.2013 - 19.02.2013, Tate Modern, London

Crossed Circuits; Norte Sul Leste Oeste, 22.01.2013 - 31.03.2013, Museu de Arte Moderna, Sao Paulo

Tony Oursler - Face to Face, 25.02.2012 - 29.06.2012, AROos Kunstmuseum, Aarhus, Dänemark