Wang Du

  • Il y a des jambes qui en disent olng Ohne Titel
  • 1999, Polyester, Acryl, Höhe 265 cm
  • 2000
Biografie

Wang Du wurde 1956 in der Provinz Wuhan, Volksrepublik China, geboren. Ein Bilderstürmer und Kunstrebell, untersucht er die Zusammenhänge von zeitgenössischer Kommunikation. Er entnimmt Proben, verfremdet diese und stellt so ansonsten unbekannte Aspekte von allgemein bekannten Dingen in den Vordergrund. Wenn er zum Beispiel eine überlebensgroße Frauenfigur in verzerrter Form schafft, ist das weniger ein künstlerisches Werkzeug als die Darstellung einer Idee. Es gibt zum Beispiel „verzerrte“ mittelalterliche Madonnen, aber da hatte die Verzerrung praktische Gründe: Die Figuren befanden sich hoch über dem Boden und ihre Verzerrung glich die optische Verzerrung durch die Untersicht aus. Wang Dus große verzerrte Frauen stellen jedoch die Idee dar, dass die (männliche) Beschäftigung mit dem Bild der sexuell attraktiven Frau, so wie sie in den Medien dargestellt wird, eine psychologische Verzerrung ist.

Er hat selbst gesagt: „Ich organisiere meine Projekte auf die gleiche Art, in der die Medien mit der Wirklichkeit umgehen.“ (1) Seine Arbeiten beruhen also auf einer genauen Untersuchung dessen, was in unserer durch die Medien beherrschten Kultur vor sich geht. Und seine direkte formale Antwort auf Prozesse gebiert eine schreckliche Schönheit, eine ironische Parodie auf welches Thema auch immer er bearbeitet.

Das ist ein übliches Verfahren, aber Wang Du verstärkt es, indem er das Wesentliche ins Rampenlicht stellt. Seit der Moderne ist die „ironische Identifikation“ die einzige Art, in der man mit der Vergangenheit umgehen kann (2), und jeder alte Mythos muss reformiert, umgestaltet und neu gefüllt werden. Sonst bekommt er im Zusammenhang zeitgenössischer Erfahrung und zeitgenössischen Denkens keine Bedeutung. Das ist die Welt von Wang Du. Aber als Künstler benutzt er auch die Ästhetik. So mag Manches schrecklich sein, aber es gibt auch Schönheit.

(1) Michel Nuridsany: China Art Now. Paris, 2004, p. 71

(2) Siehe Hans-Robert Jauss: Allegorese, Remythisierung und neuer Mythos, in: Terror und Spiel. Probleme der Mythenrezeption. Hrsg. v. Manfred Fuhrmann, Munich 1971, pp. 187-209

 

 

Museumsausstellungen

Expositions personnelles (sélection),  2012,  Tang Contemporary

Wang Du: Dublin Contemporary 2011, Dublin Contemporary, 06.09.2011 - 31.10.2011

WANG DU in der Skulpturensammlung Viersen, Städtische Galerie im Park Viersen, 2010

Chine Our Future: The Guy & Myriam Ullens Foundation Collection, 2008, UCCA