Jim Dine

  • The garden of eden The Heart called Orchird
  • Two Big Black Hearts
  • 2003, Stahlrahmen mit Bronzeelementen, 205,7 x 279,4 x 61 cm
  • 2003/2007, Bronze, 190,5 x 157,5 x 132,1 cm
  • 1985, Bronze
Biografie

Jim Dine zählt zu den wichtigsten Pop-Künstlern und hat der Kunst des 20. Jahrhunderts seinen Stempel aufgedrückt. 1935 in Cincinnati, Ohio, geboren, studierte er an der dortigen Universität und an der Boston Museum School. 1965 bekam er ein Gastlektorat an der Yale-Universität. Seit 1959 stellt Jim Dine international aus und seine Werke finden sich in den wichtigsten Museumssammlungen ebenso wie im öffentlichen Raum.

Jim Dine erweist sich als echter Pop-Künstler, weil er alltägliche Gegenstände liebt, gerade so wie die anderen Größen der Pop-Bewegung, aber er verbindet das mit abstraktem Expressionismus. So bekommen seine Objekte eine zusätzliche Gefühlsdimension, und das ist, wie man auch in den jüngsten Werken sehen kann, ein Spiel mit den populären Dingen und Symbolen (wie etwa dem Herzen), das in den dauernden inneren Dialog eingebettet ist. Rekurrenz (1), das Wiederauftauchen von Motiven, ist in Jim Dines Oeuvre sehr wichtig und stellt den Schlüssel zu jeder Analyse der Motive und Bedeutungen seiner Werke bereit.

Für Jim Dine ist der Gegenstand allerdings nur der Anlass für seine Kunst. In seiner Venus von Milo zum Beispiel ging es nicht so sehr um die „echte“ Venus von Milo aus dem Louvre in Paris, sondern um die Gips-Statuette, die man dort im Museumsshop kaufen kann. Die Ausflüge des Künstlers in das Reich der Mythologie durch vorgefertigte Themen aus den Medien zeigen einerseits die dauernde Gültigkeit, andererseits aber auch die Beliebigkeit dieser Mythologien im Heute, in einer Zeit, die, wie viele glauben, sich von den großen Geschichten verabschiedet.

Aber Dines Kunst ist nicht einfach nur ein knapper, abschätziger Kommentar zur modernen Gesellschaft und ihrem Umgang mit dem Kulturerbe. Wir hören eher eine Geschichte darüber, wie wir Mythologien lebendig erhalten und warum. Gleichzeitig zieht sie sich aber unter Hinweis auf die Wichtigkeit des Ästhetischen aus einem Bedeutungszusammenhang zurück.

(1) Siehe Walter A. Koch: Recurrence and a Three-modal Approach to Poetry, ‘s-Gravenhage 1966; id.: Varia Semiotica, Hildesheim, New York 1971

Museumsausstellungen

Jim Dine: I never look away, 24.06.2016 - 02.10.2016, Albertina Museum, Wien, Österreich

Jim Dine: About the Love of Printing. Grafik 1960-2015, 30.10.2015 - 31.01.2016, Museum Folkwang, Essen

Venusfalle, bis 17.01.2016, SCHAUWERK Sindelfingen, Sindelfingen

Ikonen und Konzepte - Von August Sander zu Jim Dine, 22.03.2015 - 25.05.2015, Stiftung Schloss Neuhardenberg

Jim Dine. My Tools: Fotografien aus dem Bestand der Stiftung, 19.09.2013 - 08.02.2015, SK Stiftung Kultur, Köln

La Beauté du geste: 50 ans de dons au Musée d\'art contemporain de Montréal, bis 07.09.2014, Musée d\'Art Contemporain de Montréal

Jim Dine: Prints, 23.11.2012 - 24.03.2013, Long Beach Museum of Art, Long Beach, CA, USA

Strangers - Tra Informale e Pop dalle collezioni GAM, 16.03. - 10.06.2012, Galleria Civica d´Arte Moderna e Contemporanea, Turin

Pop and the Sixties, 19.01.2012 - 02.09.2012, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien

Once Upon a Time: Prints and Drawings that Tell Stories, 21.12.2011 – 24.06.2012, The Detroit Institute of Arts, Detroit, USA