Stephan Kaluza

Wunderland, Distanzen, Konzeptionelle Malerei

12. Mai 2006 – 01. Juli 2006

Information

Die Samuelis Baumgarte Galerie präsentiert vom 12.05.2006 - 01.07.2006 den renommierten deutschen Künstler Stephan Kaluza. Die Vernissage findet am 12.05.2006 um 19:00 Uhr in Anwesenheit des Künstlers statt.

Die Einführung hält Alexander Baumgarte.Stéphanie Bouillaud, Anna Eriksson und Brigitte Uray vom Tanztheater Bielefeld zeigen unter der Leitung von Gregor Zöllig zur Einstimmung in das Werk eine Tanzperformance.Stephan Kaluza, geboren 1964 in Bad Iburg, studierte von 1986 bis 1994 an der Fachhochschule Düsseldorf, gleichzeitig vier Jahre Kunstgeschichte an der Kunstakademie Düsseldorf und von 1994 bis 1996 Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.Nach einigen Projekten wie "Der Dritte Raum" oder "Dezember" in den späten 1990er Jahren erhielt er im Jahre 2001 den Preis der Carl- und Ruth Lauterbach-Stiftung Düsseldorf. Seit 1995 werden seine Werke in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen in Museen und Galerien im In- und Ausland präsentiert, wie etwa im Russischen Museum St. Petersburg.Stephan Kaluzas Wurzeln liegen in der fotorealistischen Malerei. Eine genaue malerische Wiedergabe der Realität ist in den verschiedenen Werkserien Ausgangspunkt, an dem sich meist eine Verfremdung und Formauflösung des Dargestellten anschließt. In der Werkreihe "Distanzen" inszeniert Kaluza bewusst verschwommene Blicke auf Porträts hinter milchigem, alles hermetisch einschließendem Plexiglas. Dieses hat hier den Effekt einer luftdichten Verpackung und zudem eine stark konservierende Wirkung. Auf Grund der so erzeugten Unschärfe ist der Betrachter gezwungen, sich von dem Bild zu entfernen, will er überhaupt noch etwas Gegenständliches erkennen. Je nachdem wo man steht verändern sich die Bilder, das Auge ist irritiert und bleibt permanent in Bewegung.Ausgangspunkt der Arbeiten aus der Reihe "Wunderland" sind Standfotos aus Actionfilmen, die der Künstler per Zufallsverfahren auswählt. Man sieht Personen rennen, springen, flüchten, stürzen. Die Atmosphäre ist bedrohlich, es scheint für die Personen um Leben und Tod zu gehen. Auf die besonderen Umstände der Handlung lassen sich die Bilder nicht ein. Eine Erklärung wird nicht geliefert, dem Künstler geht es mehr um den Eindruck von Bewegung und Stimmung.Bei näherer Beschäftigung mit der Vorgehensweise Kaluzas stößt man auf ein bemerkenswertes Phänomen. Das Dargestellte verliert trotz seiner Unschärfe für den Betrachter nicht an Wert und Relevanz. Gerade dadurch, dass es sich eindeutigen Zuschreibungen entzieht und im Ungefähren zu verlieren droht, weckt es das Interesse des Betrachters, der impliziert versucht dem Verschwinden entgegenzuarbeiten und die Bilder zu rekonstruieren.Wir freuen uns, Sie und Ihre Freunde in unserer Galerie begrüßen zu können.

Zum Künstler: Stephan Kaluza