Serge Poliakoff

11. November 2006 – 31. Januar 2007

Information

Die Werke von Serge Poliakoff (1906-1969) bilden eine der wichtigsten Positionen in der abstrakten Malerei. Als bedeutender Vertreter der École de Paris erlangte der Künstler in den 1950er und 1960er Jahren internationale Anerkennung. Seine in der Farbigkeit des Orphismus wie der konstruktiven Spannung des Kubismus verwurzelten Kompositionen stehen bis heute für den Siegeszug der Abstraktion in der westlichen Welt nach dem Zweiten Weltkrieg.
"Je mehr die bildenden Kunst auf das Abbild verzichtet und "Inbild", ja schließlich ein "Gegenbild" formuliert, um so näher rückt sie der Musik. Musik hatte schon immer mit der Findung von absoluten Werten zu tun. Es war Kandinsky, der - nach 1937 - den jungen Poliakoff entdeckte und ermutigte. Poliakoff konnte nur \'nebenbei\' malen (geometrisierte Landschaften im Nachhall Cézannes), er verdiente sein Brot als Musiker. So war ihm die Beziehung beider Künste nicht aus der Theorie mitgegeben, sie war ihm wahrhaft existentiell. Auch Paul Klee hat geschwankt, ob er Musiker werden solle. Poliakoff aber mußte sich schlechthin als Caféhaus-Musiker (Banjo, Balalaika, Gitarre) durchschlagen - bevor ihm endlich als reifem Manne (er war schon Mitte Vierzig), das Echo auf seine Bilder erlaubte, den Broterwerb \'Unterhaltungsmusik\' an den Nagel zu hängen. Das weitere hört sich wie ein Märchen an.
Was mag einen so elementaren Erfolg herbeigeführt haben? Ganz ohne Zweifel sein unmittelbares, einfach direktes Verhältnis zum \'Machen\'. Es ist fast, als wenn er Bilder \'ausatmet\'. Das wird für einen genauen Betrachter auf den Bildern geradezu ablesbar. Gewiß, es hieße den Werkvorgang außerordentlich unterschätzen, wenn man seine Malerei kurzerhand unproblematisch nennen würde. Sie profitiert von der Sicherheit, die sich abstraktes Malen inzwischen rings auf der Welt erwarb. Sie ist nicht mehr abstrakt und \'von was\' abstrahiert; sie verfährt von Anfang an absolut. Will sagen, sie kämpft nicht, sie hat keine Ideologie; sie vollzieht sich, ohne zu fragen..."
Albert Schulze Vellinghausen

Zum Künstler: Serge Poliakoff