Marita G. Weiden und Vanessa Niederstrasser

Ambivalenzbewegung

07. März 2009 – 11. April 2009

Information

Die Samuelis Baumgarte Galerie (Showroom) eröffnet am Samstag, 7. März 2009

um 17 Uhr die Ausstellung „Ambivalenzbewegung“ der

Künstlerinnen Marita G. Weiden und Vanessa Niederstrasser.

Die Ausstellung ist bis zum 11. April 2009 von mo-fr 10-18, sa 10-14 zu sehen. Das zentrale Thema der Arbeiten von Marita G. Weiden, geboren 1944 in Hückeswagen im Rheinland, ist die Auseinandersetzung mit Farbe. Die Künstlerin studierte von 1973 – 1974 bei Gerhard Richter an der Kunstakademie Düsseldorf und von 1989 – 1992 Malerei bei Gotthard Graubner und Gerhard Merz. Ihre Arbeiten werden regelmäßig in Museen, Kunstvereinen und Galerien präsentiert. Im Showroom werden zehn, meist großformatige Farbfelder, die sich durch eine stark bewegte Struktur und ein intensives Leuchten auszeichnen, gezeigt. Zu sehen sind Arbeiten, die die unterschiedlichsten Farbtönungen und –schichten aufweisen. So entfaltet sich ein flirrender und leuchtender Farbraum. Auf seinem Weg durch die Ausstellung im Showroom erfährt der Besucher ständige Momente der Wandlung: Farbspektren lösen sich ab und werden in einem Spannungsverhältnis gegenüber gestellt. Um den Detailreichtum der Bilder zu erfassen, lohnt der genaue Blick auf die Oberfläche der Leinwand. Aus der scheinbar gleichmäßigen Flächigkeit treten abstrakte Strukturen hervor, werden Abstufungen der Beschaffenheit des Materials sichtbar. Die Arbeiten von Marita G. Weiden stellen nicht nur die unmittelbare Wirkung von Farbe dar, sondern beschäftigen sich mit ihrer suggestiven Kraft. Der Besucher begegnet Farben nicht nur in ihrer flächigen Strahlkraft, sondern auch in ihrer Beweglichkeit. Auf Bildern wie „Inze“ und „Mait“ ordnet die Künstlerin die Farbfelder in ein schachbrettartiges Muster. Der Betrachter erlebt die Wandelbarkeit der Farben somit als geometrisches Vexierspiel – immer wieder lassen sich neue Beziehungen und Verläufe ausmachen. Die scheinbar strenge Anordnung fügt sich zu einer lebendigen Auseinandersetzung über die Pluralität des Sehens. 

Im Dialog dazu werden acht Skulpturen der 1971 in Wuppertal geborenen Künstlerin Vanessa Niederstrasser ausgestellt. Die Künstlerin studierte von 1996 – 2001 zunächst Architektur (Diplom) an der Bergischen Universität Wuppertal und von 2003-2008 Freie Kunst bei Irmin Kamp an der Kunstakademie Düsseldorf (Meisterschülerin). Seit 2001 zeigt Vanessa Niederstrasser ihre Arbeiten international in Museen, Kunstvereinen und Galerien. 2006 wurde sie auch auf der Frieze Art in London ausgestellt.

Das Verhältnis zwischen Form und Material bildet die Grundlage ihrer Arbeiten. Auf den ersten Blick erscheinen die „Castanea“-Objekte organisch, fast pflanzlich und exotisch. Die Lust am Berühren wird geweckt; Beschaffenheit und Struktur wollen vom Besucher haptisch erkundet werden. Bei aller Lebendigkeit bleibt die Künstlichkeit jedoch nicht verborgen. Was auf den ersten Blick noch eine eigenartige Lebendigkeit ausstrahlt, entpuppt sich als höchst filigranes Objekt aus Holz, Stahl und Kunststoff. Vanessa Niederstrasser greift Formen der Mimikry in der Natur auf und überträgt diese auf die Objekte. So erscheinen die Blumen sowie die synthetischen Muscheln „Dacna Shello 5-6“ im Showroom als künstliche Spiegelungen, mit der uns die Künstlerin die Faszination natürlicher Formen vor Augen führt. Sie zeigt uns, wie die Natur jede Art der künstlerischen Formgebung beeinflusst.