Leni Riefenstahl und Max Streicher

Leben und Werk

02. Juli 2005 – 31. Oktober 2005

Information

Leni Riefenstahl - Leben und Werk


Die weltberühmte Tänzerin, Schauspielerin, Film-Regisseurin und Fotografin wurde 1902 in Berlin geboren, studierte Malerei und begann ihre künstlerische Laufbahn als Tänzerin. Schon nach ihrem ersten Tanzabend wurde sie so berühmt, dass Max Reinhardt sie für sein Deutsches Theater engagierte. Eine Knieverletzung beendete ihre sensationelle Karriere. Als Darstellerin in den Filmen "Der heilige Berg" (1926), "Der große Sprung" (1927), "Die weiße Hölle vom Piz Palü" (1929), "Stürme über dem Mont Blanc" (1930), "Der weiße Rausch" (1931), "Das Blaue Licht" (1932) und "SOS-Eisberg" (1933) wurde sie weltbekannt.

Ihre größten Erfolge errang sie mit dem Dokumentarfilm "Triumph des Willens", genannt nach dem Reichsparteitag 1934 in Nürnberg, der die höchsten Auszeichnungen erhielt - 1935 die Goldmedaille von Venedig und 1937 die Goldmedaille auf der Weltausstellung in Paris. Jedoch nach Kriegsende vernichtete dieser Film Leni Riefenstahls Karriere, weil er nun nicht mehr als Kunstwerk anerkannt, sondern als nationalsozialistischer Propagandafilm verurteilt wurde. Als herausragendes Meisterwerk gilt ihr weltbekannter Olympiafilm. Der aus zwei Teilen bestehende Film Teil I "Fest der Völker", Teil II "Fest der Schönheit" erhielt ebenfalls die höchsten Auszeichnungen: 1937 die Goldmedaille von Paris, 1938 den ersten Preis von Venedig als bester Film der Welt, 1939 das Olympische Diplom des IOC und 1956 wurde er in den USA als einer der zehn besten Filme der Welt klassifiziert.

Auch als Fotografin stieß sie nach dem Krieg rasch wieder in die Weltspitze vor. Bildberichte über ihre Aufenthalte bei den Nuba erschienen zuerst in den Zeitschriften "Stern", "The Sunday Times Magazine", "Paris Match", "L\'Europeo", "Newsweek" und "The Sun". Vor allem ihre Bildbände "Die Nuba" und "Die Nuba von Kau" brachten ihr weitere Ehrungen und Auszeichnungen ein.

Ausstellungen ihrer Fotos wurden weltweit u.a. in Tokio (1980 und 1991), in Kuopio (Finnland), in Mailand und Rom (Italien), in München, Potsdam und Berlin (Deutschland), in Calpe (Spanien) und in KnokkeHeist (Belgien) mit großem Erfolg veranstaltet. Weitere sind in Vorbereitung. Dazwischen arbeitete sie unermüdlich an der Fertigstellung ihres ersten Unterwasserfilms und unternahm immer wieder Reisen zu den schönsten Tauchgebieten dieser Welt. Noch als 94jährige tauchte sie in Cocos Island (Costa Rica) und fotografierte Haie. Leni Riefenstahls 100. Geburtstag erregte wieder einmal internationale Aufmerksamkeit und belegte ihren Status als lebender Mythos in der Kunstszene. 2003 stirbt sie mit 101 Jahren in ihrem Haus am Starnberger See.
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit CameraWork, Berlin und der Leni Riefenstahl-Produktion.

Zur Künstlerin: Leni Riefenstahl

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Max Streicher - Leben und Werk


Der 1961 in Kanada geborene Künstler arbeitet im Spannungsfeld von zeitgenössischer Bildhauerei und Rauminstallation. Seine aufblasbaren beweglichen Skulpturen, die er in einem Spezialverfahren mit weißem Kunststoff zusammenfügt, erfüllen und beleben zugleich den jeweiligen Raum. Sie sind poetisch und geheimnisvoll - sie "atmen" wie ein Mensch. Die Objekte breiten sich physisch in den Raum aus und verändern ihn. Sie verändern ihre Umgebung aber auch, wenn sie sich wieder zusammenziehen. Auf diese einfache und brillante Weise erzeugen die Skulpturen Max Streiches eine intime und überzeugende Interaktion mit ihrer Umwelt.

Für den Künstler, der neben einzelnen Objekten vor allem raumspezifische Werke entwickelt, steht außerdem auch der Gedanke des "Spektakels" im Mittelpunkt seines Schaffens. Der Betrachter soll sich nicht in ein statisches Werk vertiefen, sondern von der Veränderung des Raumes mitgerissen werden. Hierfür hat Streicher bislang weltweit verschiedene Orte und Gebäude mit seinen aufblasbaren Plastiken in ein neues Spannungsfeld zum Betrachter gerückt.

Max Streicher studierte an der University of Alberta, Edmonton und an der York University, Toronto. Seine Arbeiten werden in zahlreichen internationalen Galerien, Kunstvereinen und Museen präsentiert, außerdem auf den international bedeutendsten Kunstmessen.

Ausbildung:
1989 Master of Fine Art, York Universität, Toronto
1987 Bachelor of Fine Art, York Universität, Toronto
1980 Bachelor of Arts, Universität von Alberta, Edmonton

Einzelausstellungen (Auswahl):
2004 Cloud: Art Gallery of Ontario, Toronto, Ontario, Beauftragte Installation 
Four Horses, Beaverbrook Art Gallery, Fredericton, New Brunswick;
2003 Sculture Gonfiabili, Gallerie Traghetto, Venice, Italien;
Floating Giants, Kulturhuset, Stockholm, Sweden; 
Four Horses, Kitchener Waterloo Art Gallery, Kitchener, Ontario;
2002 Silenus, Edmonton Art Gallery, Edmonton, Alberta;
Lamentation, Art Gallery of Peterborough, Peterborough, Ontario;
Sleeping Giants, Definitely Superior, Thunder Bay, Ontario;
2001 Hyperworld, Mendel Art Gallery, Saskatoon, Saskatchewan;
Sleeping Giants, Neutral Ground, Regina, Saskatchewan;
2000 Giant, Monte Clark Gallery, Vancouver, British Columbia;
Sleeping Giants, Karlskoga Konsthall, Karlskoga, Schweden;
Sleeping Giants, Saw Gallery, Ottawa;
1999 GnadenKirche Installation und performance, Hamburg, Deutschland,
coordinated by Kunststuck Gallery;
Endgame, rooftop installation, coordinated by the MacLaren Art Centre, 
Barrie, Ontario;
Swan Song, Gallery Stratford, Stratford Ontario;
Sleeping Giants, Galerie Rostrum, Malmo, Schweden;