Gudrun Kemsa

Moving Images

02. September 2006 – 04. November 2006

Information

Gudrun Kemsa wurde 1961 in Datteln geboren und studierte an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. 1989 erhielt sie ein Italien-Reisestipendium des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, 1996/97 das Villa-Massimo Stipendium, Rom und 1997-1999 einen Lehrauftrag im Bereich Fotografie an der Bergischen Universität GH Wuppertal. Seit 2000 hat Gudrun Kemsa einen Lehrauftrag für Fotografie/Film/AV/Neue Medien an der Fachhochschule Niederrhein in Krefeld. Ihre Arbeiten werden seit 1985 in zahlreichen Ausstellungen in Museen, Kunstvereinen und Galerien präsentiert.
Man könnte die Werke von Gudrun Kemsa der Gattung der Architekturfotografie zuordnen. Findet man doch auf ihnen sakrale Bauwerke, Altertümer aber auch die urbane Welt unserer Zeit. Jedoch handelt es sich hierbei nicht um eine Dokumentation der Architektur. Denn im Mittelpunkt der Arbeit von Gudrun Kemsa steht die Darstellung von Licht, Raum und Zeit. In ihren Fotografien und Videoarbeiten untersucht sie das enge Zusammenwirken dieser vermeintlich objektiven Größen zueinander sowie ihr Verhältnis zu der sie umgebenden Welt. Der bekannte Anblick von historischen Stätten oder mallorquinischen Stränden wird etwa durch Einsatz von Farbfiltern und Farbumformungen verfremdet. Das Motiv der Bewegung bringt Gudrun Kemsa in neuer Weise ins Bild. Sie wählt längere Belichtungszeiten und bewegt die Kamera im Moment der Aufnahme. Die so entstehenden panoramaartigen Bilder vermitteln den Eindruck von Bewegung und extremer Beschleunigung. Die südländischen Gärten mit ihrer farbigen vitalen Vegetation zeugen genauso wie die europäischen Metropolen von der subjektiven Empfindung der Künstlerin von Zeit und Raum und der Energie des Lichtes. Die Konturlinien verlieren sich zugunsten eines malerischen Verfließens der Farben und Formen. Dies verleiht ihren Fotos einen fast "malerischen" Aspekt. Der Aspekt der Bewegung findet sich in den neuesten Arbeiten der Künstlerin durch die Passanten der Straßenszenen ihrer Werkgruppe Choreografien wieder. Gudrun Kemsa hält hier den flüchtigen Moment einer Bewegung fest, aber auch die vergangene als auch die künftige wird dadurch impliziert.
Gudrun Kemsa gibt jedoch nie genaue Informationen über Ort und Zeit ihrer Arbeiten. Die Fantasie des Betrachters erhält so genügend Freiheit um sich in Bewegung zu setzen und eigene Positionen zu beziehen.
Die Samuelis Baumgarte Galerie präsentiert einen Querschnitt der Arbeiten von Gudrun Kemsa. Es sind frühe Arbeiten des Strandmotivs, neben Nachtaufnahmen der Bibliothéque Nationale, Paris sowie römische Architektur und bewegte Straßen-szenen zu sehen.

Zur Künstlerin: Gudrun Kemsa