Diana Rattray

10. Februar 2007 – 20. April 2007

Information

Diana Rattray wurde in Windsor England geboren. 1976-1982 absolvierte sie ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse Prof. Erwin Heerich. 1981 wurde sie Meisterschülerin bei Professor Erwin Heerich. Ihre Werke sind in großen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf. 
Die Pastellarbeiten von Diana Rattray zeigen Menschen in bestimmten Situationen und Konstellationen. Oft sind mehrere Personen zusammen dargestellt, die als Gruppe, Paar oder Familie gedeutet werden können. Diese Menschen sind Teil einer Inszenierung geworden, repräsentieren Bilder von Bildern von Menschen. Die Künstlerin greift für ihre Pastelle auf Familienfotografien und Gemälde anderer Künstler zurück. Der Hauptaspekt der Vorlagen ist für die Künstlerin der psychologische. Was verrät ein Gesichtsausdruck, eine Geste, eine Körperhaltung über Person und Situation des Abgebildeten und wovon hängt die Deutung und Bedeutung dieser Erscheinungsweise ab?
Die Werke der Künstlerin zeigen in der Zeit konservierte Situationen, Momentaufnahmen einer herbeigeführten Idealkonstellation, die bestimmte Absichten verfolgen: Das glückliche Familienleben zu veranschaulichen, den wichtigen ersten Schultag festzuhalten, die kleine hübsche Tochter im Abendkleid zu feiern. Jeder kennt Situationen, in denen solche Erinnerungsfotos entstehen. Jeder besitzt solche Fotos. Diana Rattray hat die Vorlagen für ihre Bilder, nimmt man die Kleidung und die Frisuren als Indiz, aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Vorlagen zeigen Kinder und Erwachsene, die sich glücklich strahlend, freudig lächelnd oder zumindest nicht abgeneigt, der Kamera gestellt haben.
Die Künstlerin legt nun aber über dieses strahlende Lächeln der Menschen einen Schatten, im formalen wie im inhaltlichen Sinne. Alle Bildelemente sind aus Licht und Schatten modelliert, so dass dem Schatten eine besondere Bedeutung zukommt. Der Schatten vereinheitlicht die Darstellung. Kein Bildelement wird hervorgehoben. Alle erscheinen auf eine eigenartig kühle Weise ohne materielle Unterschiede. Diese kühlen Schattenpartien hinterlassen besonders in den Gesichtern der Menschen dunkle Bereiche, die die Harmonie zwischen Augen - und Mundpartie stören und dadurch gebrochene Gefühle assoziieren. Das vormals freudige Lächeln scheint zu erstarren, der offene Blick kehrt sich nach innen, der lächelnden Mund verzieht sich zu einer Grimasse.
Diana Rattray schafft es in ihren Werken ambivalente Gefühlswelten zu verdeutlichen, die dem Betrachter die Möglichkeit geben, den Menschen ihrer Bilder distanziert zu begegnen und eigene Erfahrungswerte in die Bilder einfließen zu lassen. Die auf den ersten Blick vermeintliche Eindeutigkeit schafft sozusagen Platz für persönliche Erinnerungen. Diese Ambivalenz weckt aber auch den Wunsch nach Nähe. Er möchte mehr über die Dargestellten wissen. Die Neugier bringt ihn dazu, sich beim Betrachten der Bilder mit der eigenen Familie und deren Geschichte auseinander zusetzen. 
Die Zweideutigkeit der Bilder findet sich wieder in der Wahl der Bildtitel. Titel wie "Sunday Best" oder "Dolly´s Outing" enthalten einen heiter humorvollen, manchmal ironischen Unterton, sieht man sie im Kontext der entsprechenden Darstellungen.