David Fried

Spheres of Influence

31. Januar 2009 – 28. Februar 2009

Information

Der 1962 in New York geborene Künstler David Fried portraitiert dynamische Prozesse in minimalistischen Bildern und Objekten. Seine interaktiven Skulpturen und fotografischen Arbeiten sind als organisch erkennbar oder mit Naturphänomenen verbunden. Die dreidimensionale Skulptur „Stemmers“ im Eingangsbereich fügt sich aufgrund ihrer natürlichen Struktur in den Raum zwischen Innen und Außen. Von allen Seiten einsehbar, wird die Skulptur zu einem organischen Teil ihrer Umgebung. David Fried verbindet herkömmliche Techniken und High-Tech-Prozesse: „Stemmers“ ist zugleich eine Arbeit, welche die Kontroverse der Stammzellenforschung aufgreift. So werden in Frieds Arbeiten Fragestellungen über künstlerische und wissenschaftliche Disziplinen miteinander verschmolzen. Die Erforschung von Realität und Fiktion, Gegenwart und Zukunft spielt eine wichtige Rolle.Für die gezeigte Reihe interaktiver Skulpturen hat David Fried den Arbeitstitel SOS – Selbst Organisierende Stillleben – gewählt. Auf der ebenen Fläche eines Steinobjekts werden Kugeln durch Geräusche aus der Umgebung in Bewegung gesetzt. Die Kugeln berühren sich sanft, weichen einander aus oder drehen sich umeinander. In einer eleganten Choreographie ordnen sich zufällige Bewegungsmuster – wie Tänzer umspielen sich die Kugeln. Bleiben die akustischen Signale aus, wird die unsichtbare Interaktion unterbrochen. Die Kugeln kommen zum Stillstand. Die akustische Stimulanz lässt so immer wieder neue Formationen und Konstellationen entstehen. Mit seiner lebendigen, erlebbaren Skulptur lenkt David Fried die Aufmerksamkeit des Betrachters von nicht-linearen Einzelaktionen auf ein komplexes Netzwerk von Bewegungen. So wird der Betrachter angeregt, eine neue Sicht auf kommunikative Prozesse und die Zufälligkeit von Beziehungen zu gewinnen. Dies setzt sich im Kabinett mit der Serie „Way Of Words“ fort. In ihr dokumentiert Fried die Reaktion der Kugeln auf ausgewählte Zitate, mit denen er die Skulptur selbst in Bewegung gesetzt hat. Auf den Fotografien werden die Bewegungen in Form kalligraphischer Strukturen sichtbar: Worte werden zu Wegen. Ein Bild der inneren Ruhe entsteht.

Im Showroom der Galerie ist Frieds „Rainscapes“ zu sehen. Die abgebildeten Wassertropfen in erscheinen zunächst wie kosmische Sturzbäche. In schillernden Farben stürzt das Wasser wie leuchtende Kometen zur Erde. Erst bei näherer Betrachtung wird erkennbar, dass es sich dabei tatsächlich um Fotografien fallenden Regens handelt. Frieds „Rainscapes“ sind Landschaften aus herabfallendem Wasser. Die Fotografien zeigen das Wetterphänomen als Spiel individueller Muster und prismatischer Effekte. Die Serie ist zugleich eine poetische Beobachtung eines der kostbarsten Güter unserer Zeit. Schon immer haben Menschen versucht, das Wetter zu kontrollieren oder zu beeinflussen. Glücklicherweise gehorcht der Regen nicht unseren Vorstellungen: Wasser fällt immer noch frei vom Himmel. Frieds „Rainscapes“ zeigt uns frisches Wasser im Moment seiner Entstehung. Beim Betrachten des Naturschauspiels werden wir uns nicht nur seiner Schönheit, sondern vor allem seiner Kostbarkeit für die Menschheit bewusst.